Der Honeymoon im Weißen Haus scheint vorbei: Nachdem nun auch innerhalb der Trump-Regierung klar wird, dass die groß angekündigten Maßnahmen von Bürokratieabbau, der Tarif-Chaos und nicht zuletzt das erratische außenpolitische Agieren nicht zu den erwünschten Erfolgen geführt haben, macht sich Nervosität und Frustration breit.

Wie die New York Times seit gestern nach einer ausführlichen Recherche berichtet (man hatte mit 5 „Insidern“ aus dem Weißen Haus gesprochen), kam es bei einem Meeting im Oval Office am Donnerstag erstmals zu einem offenen Streit zwischen Elon Musk und Kabinettsmitgliedern.

Zum einen krachten Sean Duffy, Minister für Transport, und Musk aufeinander. Der Minister kritisierte die radikalen und chaotischen Kündigungen, insbesondere in der Flugaufsicht. Er habe nun mit mehreren Flugzeugabstürzen zu tun, die direkt mit den Rauswürfen Musks in der US-Flugaufsicht zu tun habe.

Zum anderen – und wohl noch bedeutender – war ein Streit zwischen dem US-Außenminister Marco Rubio und Musk. Rubio, so die NY Times, ist seit Wochen wütend auf Musk, weil der ein ganzes Department seines Ministeriums abgeschafft hatte. Musk warf Rubio in der Sitzung am Donnerstag vor, bisher niemanden „gefeuert“ zu haben. Er sehe „gut im TV aus“, aber würde seine Arbeit nicht machen. Rubio reagierte darauf empört und kritisierte Musk für seine chaotischen Kündigungsmaßnahmen, so die Times. Der Streit soll eine Weile hin und her gegangen sein, bis Donald Trump, der auch anwesend war, versucht haben soll, die Situation zu beruhigen und Rubio zu verteidigen. Er soll auch erstmals Musk offen kritisiert haben und gefordert haben, dass er seinen Bürokratieabbau in Zukunft besser „mit dem Skalpell“ anstatt „mit der Axt“ angehen sollte. Kurz nach dem Meeting veröffentlichte Trump auch einen entsprechenden Post, der als indirekte Kritik an Musk gelesen wird. Es ist das erste Mal, dass Trump Musk öffentlich kritisiert.

Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich die Situation weiter entwickelt. Bekanntlich gab es im Kabinett Trump 1 schon nach wenigen Wochen Streits und interne Konflikte, die zu ständigen Rauswürfen und Neubesetzungen führten. Viele der damals von Trump Gefeuerten wurden später zu harschen Trump-Kritikern, wie etwa John Bolton oder Anthony Scaramucci. Im Fokus stehen wird nun, wie sich Trump zu Musk verhält, und umgekehrt. Musk unterstützt Trump immer noch mit massiven Spenden und über seine Plattform Twitter / X. Gerüchte, wonach Musk Trump aktiv und durch manipulative Eingriffe in die Wahl zum Sieg verholfen haben soll konnten bisher nicht widerlegt werden. Sollte sich Trump gegen Musk wenden – oder umgekehrt – wäre das wohl das Ende der Regierung Trump 2.

von Christian Klosz

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Bildquelle: Von U.S. Air Force / Trevor Cokley / Screenshot

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