Seit Jahren sorgt die Wiener Stadtzeitung Falter mit ihrer halbernst gemeinten Satirebeilage „Best of Böse“ gegen Ende des jeweiligen Jahres für (mehr oder weniger) Schmunzeln. Da Teile des Falters bekanntlich selbst auf die dunkle Seite der Macht gewechselt sind, versuchen wir es mit einer alternativen Aufstellung: Hier sind die Worst of Böse – die 25 wirklich bösesten aller bösen Österreicher/innen des abgelaufenen Jahres 2023!
von Christian Klosz
Platz 25. Mario Dujaković
Peter Hackers PR-Mann fiel lange Zeit, insbesondere zu Beginn der Pandemie, durch offene Kommunikation und ein offenes Ohr für besorgte Bürger/innen auf, insbesondere auf Twitter/X. Dann beendete die Wiener Stadtregierung im Frühjahr 2023 ebenjene Pandemie für die Hauptstadt und damit alle Maßnahmen, entgegen jeglicher Evidenz. Die Realität strafte Ludwig, Hacker, Dujaković und Co. bekanntlich Lügen: Vor kurzem legte die höchste, jemals gemessene Covid-Welle die halbe Hauptstadt lahm. Dujakovic bekam zu seinem Glück davon vermutlich wenig mit: Das Wiener Rathaus verfügt über hervorragende, flächendeckende Luftfilteranlagen. Und die meisten kritischen Stimmen auf seinem zentralen Kommunikationskanal Twitter/X begann er vorsorglich bereits Anfang 2023 zu blockieren. Kurze Frage am Rande: Ist das inklusive, sozialdemokratische Politik?
24. Alfred Gusenbauer
Der sozialdemokratische Ex-Kanzler, seither „Kaufmann“ (oder Kapitalist), kam erneut wegen seiner beruflichen Unternehmungen in die Kritik. Die Verbindungen zu Rene Benkos SIGNA wurden ihm diesmal zum Verhängnis. Gusenbauer und die neue Babler-SPÖ sind ideologisch vermutlich so weit voneinander entfernt wie Johannes Rauch und die Grundwerte der Grünen.
23. Andras Szigetvari
Der Standard-Journalist hat die Corona-Verdrängung zur Kunstform und zum Zaubertrick erhoben. Aufgabe: Wie oft muss ich „…. (beliebiger Vorname), es ist vorbei“ twittern, bis die Pandemie wirklich beendet und das Virus verschwunden ist?
22. Karl Mahrer
Der Party-Buddy von Kanzlergattin Kathi Nehammer kommt immer wieder wegen verhaltensauffälliger PR-Aktionen in die Schlagzeilen: Für den überzeugten Wiener ist das heutige Wien die Ausgeburt der Hölle, bevölkert von Asylanten, Sandlern und anderem Gesocks, die das schöne Stadtbild stören. Karl, es hindert dich niemand daran, die Stadt zu verlassen. Oder gleich das Land.
21. Christian Stocker
Die niederösterreichische PR-Abrissbirne der ÖVP tingelt durch Pressekonferenzen und TV-Studios, um das Wirken seines Kanzlers und dessen Vorgängers bis aufs Blut zu verteidigen. Wie viel Schmerzenszulage ihm seine Partei dafür bezahlt ist bislang geheim, aber laut Gerüchten soll es sich um einen 6-stelligen Betrag handeln. Monatlich.
20. Sigi Maurer
Die grüne Klubobfrau setzt politisch um, was sie mit ihrem berühmten Posting nach dem Parlament-Exit der Grünen vor einigen Jahren angekündigt hatte: Kalte Machtpolitik, die insbesondere Vulnerablen, chronisch Kranken und sozial Schwachen den Mittelfinger zeigt. Maurer wurde zum Postergirl einer durch Macht und Einfluss korrumpierten Bobo-Elite, die es nie „so meinte“, wie sie immer tat. Und zur Symbolfigur des moralischen und ideologischen Verfalls der Grünen in der Regierung.
19. Laura Sachslehner
Das ehemalige „Zukunftstalent“ der ÖVP zeigt, wie schnell es mit der Karriere und den Idealen innerhalb der VP bergab gehen kann: Von der Kultur- und Sozialanthropologie-Absolventin zur Asyl-Hetzerin, inzwischen selbst der ÖVP zu rechts. Hat die denn im Studium gar nix gelernt?!
18. Kathi Nehammer
Die Kanzlermacherin der Nation: Ohne Kathi kein Karli, und Karli nie ohne Kathi. Die zweite Hälfte des österreichischen Kanzlerdarstellerpaars – und eigentlich vermutlich eine der mächtigsten Personen im Land – hat sich so sehr in ihre Privilegien gewöhnt, dass sie ihrem Gatten, der eigentlich nie Kanzler werden wollte, vermutlich keine Wahl gibt: Kanzler bis zum bitteren Ende!
17. Grüne gegen Impflicht und 2G
Wenn man eine Satiregruppe erfinden müsste, die all das darstellt, was mit den österreichischen Grünen derzeit falsch läuft, sie würde exakt so aussehen, sich verhalten und das von sich geben wie die „GGI“. Leider meinen die (und Ex-Parteichefin Madeleine Petrovic, die maßgeblich dahintersteht) das wirklich ernst.
16. Gerald Gartlehner
Der Corona-Märchenonkel vom ORF hat uns mindestens so oft erzählt, wie harmlos das Virus und wie immun wir nun alle dagegen seien, als es neue Infektionswellen gab. Zuletzt fabulierte er, in den USA wäre die Pandemie kein Thema mehr. Während dort die CDC zu Abstand, Treffen im Freien Maske und Lüftung rät, Spitäler Maskenpflichten wiedereinführen, es für viele US-Amerikaner gratis Covid-Tests gibt, das Thema „saubere Luft“ im Zusammenhang mit Corona in den Fokus rückt und namhafte US-Experten wiederholt auf die Gefahren der aktuellen Lage und von Long Covid hinweisen.
15. Martin Polaschek
Der Mann ist Bildungsminister. Witz Ende.
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14. Stefan Weber
Man soll ihn, so wie er selbst sich, nur „Plagiatsjäger“ nennen, denn keine Diplomarbeit ist vor ihm sicher: Was ihm vor einigen Jahren etwas Ruhm und Ansehen eingebracht hatte, hat sich Weber durch seine immer wirrer und erratischer werdenden Social Media-Auftritte selbst ruiniert. Er schimpft, pöbelt, legt sich mit jedem an, wittert hinter allem eine Verschwörung gegen seine Person. Und amüsiert Eingeweihte mit absurd-amüsanten Google-Bewertungen zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Manche empfehlen ihm dringende Psychotherapie. Vielleicht würde es aber auch schon reichen, wenn er sich selbst nicht so wichtig nehmen würde. (Notiz am Rande: Stefan, nein, dieser Artikel ist nicht von „geheimen Mächten im Hintergrund“ finanziert!)
13. Armin Wolf
Der ORF-Anchor sonnte sich gern in seiner Twitter-Bubble-Beliebtheit, sein Nimbus als knallharter Fragensteller überdeckte lange seine ausgeprägte Eitelkeit. Bis er sich öffentlich als böser Wolf outete, der froh darüber ist „keine Maske mehr tragen zu müssen“ und überhaupt genug von Corona-Schutzmaßnahmen hat. Die Pandemie sei ja vorbei, das Virus harmlos. Gegenüber Fakten und Hinweisen von Fachkundigen und Expert/innen zeigt er sich seither immun, Kritik beantwortet er in sozialen Medien mit Block oder dem dutzendfachen Vorwurf der „Projektion“. Was würde wohl dabei herauskommen, wenn der „alte“ Armin den „neuen“ interviewen und ihn mit seinen journalistischen Verfehlungen konfrontieren würde?
12. Martina Salomon
Salomon ruinierte in nur wenigen Jahren den Kurier und machte eine einst respektable Tageszeitung am Schnittpunkt zwischen Boulevard und Qualitätsblatt zur ÖVP-hörigen Fanpost verrohter Bürgerlichkeit.
11. Sabine Petzl
Die ehemalige ORF-Moderatorin und „Komissar Rex“-Darstellerin wechselte zum Schwurbelsender AUF1, der permanent durch Fake-News zu Corona, Pandemie, Klimawandel, Ukraine-Krieg und Co. auffällt. Bei abnormalen klimawandelbedingten 40 Grad Hitze fabulierte sie on Air vom „schönen, warmen Wetter“. Zum Bellen traurig.
10. Richard Schmitt
Irgendjemand muss dem Schmitt Ritchi die Aufgabe gestellt haben: Wie viele grottige Boulevard-Jobs kannst du in möglichst kurzer Zeit in den Sand setzen? Bei Österreich/oe24 und Heute gescheitert übergab man ihm ein eigenes Medium, das so daherkommt, wie Schmitt tickt: Laut, plump, kleingeistig, rückständig und völlig bar jeglicher Qualität. Passt wie die Faust aufs Auge!
9. Florian Klenk
Der Falter-Co-Chef mutierte dieses Jahr endgültig zum Blocki-Flocki und zum Paradebeispiel fragiler Männlichkeit: Leiseste Kritik am allwissenden Böse-Bobo wird mit Twitter-Blockierung quittiert, da steht er GM Rauch, den er verehrt, um nichts nach. Auch bei der Marginalisierten und Vulnerablen hat Klenk ordentlich nachgelegt. Was daran noch „links“ oder „liberal“ sein soll weiß er vermutlich selbst nicht mehr. Zuletzt ist ein Abdriften in offene Corona-Schwurbelei zu beobachten, die sich durch Desinformation und Long Covid-Leugnung auszeichnet. Das intellektuelle Ende einer einst respektablen journalistischen Karriere.
8. Werner Kogler
Der Werner war einmal grüner Hoffnungsträger, als alle Hoffnung vertan war und man aus dem Parlament geflogen. Durch mühsame Arbeit in den Mühen der Ebene schaffte man (zurecht) das Comeback, doch der Rau(s)ch der Macht stieg den Grünen wohl zu Kopf, wodurch mal alle einst vertretenen Ideale in die Tonne warf, sich der ÖVP unterwarf und zumindest in der Gesundheitspolitik wie eine FPÖ mit grünen Anstrich agiert. Bezüglich Machtpolitik, Kadergehorsam und Sektenbildung hat man inzwischen offenbar zu vieles von Türkis gelernt. Kogler ist dabei wohl nicht mehr Liniengeber, aber trägt all das mit schmerzhaft anzusehendem und selbstzerstörerischem Stoizismus mit, warum auch immer. Er redet sich vermutlich immer wieder ein, die FPÖ wäre noch schlimmer. Den letzten Zweifel am politischen Selbstbetrug löscht das eine oder andere Achterl weg.
7. Sebastian Kurz
Der Fall einer Lichtgestalt, die so hell scheinen musste, um den eigenen Schatten zu überblenden: Nicht nur auf Fotos sieht der junge Altkanzler inzwischen recht alt aus. Auch seine ehemals „brillante“ Rhetorik kam ins Stottern. Als Angeklagter vor Gericht ist nicht nur der Lack ab und die Message out of control, auch der Haarlack glänzt nicht mehr wie früher und Kurz erinnert nur mehr entfernt an die Glorie vergangener Tage. Wäre Kurz lernfähig, er würde sich aus der Öffentlich zurückziehen und sich seinem Privatleben widmen, wie immer das nun aussehen mag. Zu befürchten ist anderes.
6. Wolfgang Sobotka
Sollte dereinst ein neuer Sesselklebstoff auf den Markt kommen, man müsste ihn „Soberl“ nennen: Der selbstverliebte und machtbewusste Dirigent des österreichischen Parlaments sieht kein Problem darin, inmitten eines der größten Korruptionsskandale Österreichs der letzten Jahrzehnte zu stecken. Selbst seine vermeintliche Rolle im „Fall Pilnacek“ bringt Sobotka nicht auf die Idee, seinen Sessel zu räumen. Vermutlich würde er noch aus der Gefängniszelle darauf bestehen, U-Ausschüsse zu seinem politischen Wirken zu leiten.
5. Rene Benko
Der ehemalige Tiroler Immo-Wunderknabe schuf sich ein Imperium, das er nun selbst zum Einsturz brachte. Bevölkerung und Investoren wurden durch den Kakao gezogen, die SIGNA-Pleite wird das Land noch Jahre beschäftigen.
4. Herbert Kickl
Keine Bösenliste ohne Kickl: Der FPÖ-Chef muss gar nicht viel tun und sagen, um in Umfragen anderen Parteien davon zu galoppieren. Gleichermaßen muss er nicht viel tun und sagen, um hier einen Topplatz zu ergattern. Der Volkskanzler in spe ist die Definition des größenwahnsinnigen Kleinbürgers, des Böses will und als Demagoge geübt darin ist, es Verzweifelten als gute Idee darzustellen.
3. Johanna Mikl-Leitner
Mikl-Leitner, die politische Muslim-Mama von Ziehsohn Udo Landbauer, dem rechten Recken mit Migrationshintergrund: Ihre Rolle als Herr Landeshauptfrau oder Frau Landeshauptmann, die sich aus reinen Machtmotiven an die FPÖ gefesselt hat und sich von dieser vorführen ließ, redet sie sich und anderen gerne schön. Dabei ist ihre Koalition mit der rechtsrechten NÖ-FPÖ ein weiterer Schritt Richtung Austrofaschismus 2.0, bei dem wir vielleicht schon angekommen sind. Wäre Erwin Pröll bereits tot, er würde sich im Grabe umdrehen.
2. Karl Nehammer
Normal-Karli hat sich diesen Topplatz redlich verdient: Österreichs ungeeignetster und dabei unbeliebtester Kanzler aller Zeiten stolperte im Jahr 2023 von einem Fettnäpfchen ins andere. Erst richtete er armen Kindern aus, sie sollen doch Burger fressen. Dass stilisierte er sich zum Posterboy der „Normalen“ hoch, wer immer das sein soll, doch auch diese Kampagne versandete im Nichts der post-türkisen no-Message-no-Control PR-Agonie der nun-wieder-Schwarzen. Dann leugnete Nehammer den Klimawandel, wollte zum Retter des Diesels und des Schnitzels werden. Und hustete sich schließlich nicht ins Fäustchen, sondern anderen ins Gesicht bei der Regierungs-Präsentation namens „Nach Corona“. Während der größten, jemals gemessenen Corona-Welle in Österreich: Dieser Mann ist der personifizierte intellektuelle Verfall der Alpenrepublik und Ausdruck der Hilflosigkeit eines Systems, das bei der Bekämpfung aktueller Krisen an und über seine Grenzen kam.
1.Johannes Rauch
Ein kolossaler, alternativloser Triumph – Die Liste der „Erfolge“ und „Meilensteine“ des coolen Joe aus dem Ländle ist so lang, sie könnte dutzende Artikel füllen: Gesundheitssystem ruiniert, Vulnerable und chronisch Kranke unter den Bus geworfen (Achtung, Redenswendung!) und mundtot gemacht, Impfkampagnen in den Sand gesetzt, Impfdosen und Paxlovid verschlampt, Daten manipuliert … Rauch ist dabei so gütig, bescheiden und selbstlos, dass er für diese Erfolge stets anderen das Rampenlicht überlässt: Souverän zeigt er auf Ärzt/innen, Ärztekammer, Apotheker/innen, Wissenschaftler/innen, um seine großen Würfe zu erklären.
Ergänzt und aufgepeppt wird Rauchs lässiges Wirken nach dem Motto „leben und sterben lassen“ von hippen Instagram-Stories und TikTok-Videos, die das Ministerleben des Alpen-Napoleons auch für das gemeine Volk greifbar machen. Johannes, der kannes einfach, und hat dabei die Zeit seines Lebens. Was leider vielen Menschen Lebenszeit kostet.
Best of Gut:
Nicht alles war schlecht: Diese Österreicher/innen setzten sich 2023 besonders dafür ein, das Böse im Land zu bekämpfen.
Kathryn Hoffmann: Die Long Covid-Expertin des Landes und Leiterin der Primary Care Medicine am Zentrum für Public Health hat sich als Instanz für faktenbasierte, nachvollziehbare und empathische Corona-Aufklärung etabliert. Ihre ruhige, geduldige Art der sanften Konfrontation brachte sogar „diese Maske will ich nicht mehr!“-Armen Wolf ins Schwitzen.
Christian Nusser: Der Heute-Chef verpasst der österreichischen Polit-Elite regelmäßig „Kopfnüsse“ auf seinem lesenswerten Blog, der die unerträglichen Absurditäten der politischen Niederungen des Landes durch schwarzen Humor im Ansatz erträglich macht.
Isabelle Daniel: Die oe24-Politik-Expertin nutzt ihre redaktionelle Freiheit beim sonst manchmal fragwürdigen Fellner-Blatt für bemerkenswerte Corona-Aufklärung und scheut auch nicht davor zurück, Experten nach ihren wahren Meinungen zu fragen und die Verantwortlichen der Gesundheitsmisere direkt zu adressieren. Danke dafür!
IGO – Initiative Gesundes Österreich: Der Verein setzt sich für „saubere Luft“ und sinnvolle, evidenzbasierte und nachhaltige Infektionsschutzmaßnahmen in Österreich, insbesondere in Bildungseinrichtungen, ein. Und übernimmt damit eine Aufgabe, die eigentlich der Politik zustünde. Weiter so!
Zwillinge, bei der Geburt getrennt:





Hinweis: Hierbei handelt es sich um einen satirischen Beitrag (bis auf die Aufzählung der „guten Österreicher“).
Lob, Kritik, Feedback & alle anderen Anfragen gerne an: Das_Medium@gmx.net
Titelbild + alle „Zwillingsbilder“: Fotomontagen (c) Das Medium






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