von Gert Bachmann
– Ein Sittenbild zu Gesundheit und Eigenverantwortung während der Covid19 Pandemie in Österreich zu Weihnachten 2023
-„Im Westen tragen die Menschen ihren Körper zum Hausarzt, die Seele zum Pfarrer, den Verstand zum Psychiater, in der Hoffnung dann würde alles gut“.
1. Die Anfänge
Als zu Weihnachten 2019 die ersten Nachrichten zu Sars-Cov-2 in Asien auch in Europa die Runde machten, blickten die Menschen gebannt auf ihre Staatenlenker:innen, und warteten auf Entscheidungen, die sie vor Infektion und den Bestand ihrer Lebensweise sicherten. Was man längst wusste war, dass SARS-Cov-1 in Asien wie fast alle schwere Lungenkrankheiten verursachenden Pathogene über die Atemluft (Tröpfchen, kleine und kleinste Tröpfchen, aka aerosolisch) übertragen werden. Was unmittelbar dennoch nicht gemacht wurde, waren strikte Gesundheitskontrollen an den Einreisepunkten. Keine Tests, keine Quarantäne. Man (der Apparat) wartete wie das paralysierte Kaninchen vor der Cobra auf die ersten Fälle. Dies hauptsächlich aus wirtschaftlich- politischen Erwägungen. Die Gesundheit der Menschen war im Ansatz schon damals sekundär. Primat: business as usual. Es würde wohl nicht so schlimm werden, und wenn, wer kommt schon mit einer Klage durch? Dieser Zugang ist auch heute noch aufrecht.
2. Die Apokalypse
Dann kam die Apokalypse von Bergamo (https://www.wienerzeitung.at/h/das-verhangnis-von-bergamo) mit rund 6k Toten, wo dieser zögerlich zynische Duktus offensichtlich wurde: „Wir wurden geopfert“, und: „Mit einer roten Zone hätten wir uns Tausende Tote erspart“. Dieser heftige, von einer Klageflut begleitete Aufschrei rüttelte auf, machte den Apparat vorsichtiger und mehr oder weniger umfangreiche Schutzbestimmungen und Kontaktbeschränkungen prägten die Jahre 2020 und 2021. Auf der Hand liegende Prävention (Aerosol-dichte Atemschutzmasken, Lüftungsanlagen und Luftreiniger mit HEPA-Qualität, https://coronawissen.com/praevention/) griff aber nur zögerlich ab Ende 2020 (https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_%C3%96sterreich)
3. Das Systemversagen
Der latent eugenisch-faschistische Zugang zum Leid der unmaßgeblichen Mittel- und Unterschichten trat jedenfalls rasch zu Tage: Die (damals noch) schockierende britische „let it rip“ Initiative und die sogenannte „Great Barrington Deklaration“ pushten den Ansatz, doch nur „Vulnerable“ zu „schützen“, im Vertrauen auf die populationsbiologisch nicht haltbare Idee der Herdenimmunität(https://www.statnews.com/2022/03/25/how-we-got-herd-immunity-wrong/). Diese Fehlkonzepte wurden vom Apparat und den Sachverhalt (mit Rückenwind?) verkennenden Beamt:innen mit unverhohlener Begeisterung aufgenommen und die Schutzmaßnahmen, welche gerade in den Anfängen der sozialverträglichen Umsetzung begriffen waren, umgehend mit einem Ablaufdatum versehen, abgesetzt und posaunt, diese seien nicht nötig, wegen der „Milde“ von Omikron. Dass es sich bei der „Milde“ ausschließlich um eine statistische Verdünnung durch die ersten Impferfolge und die Anwendung von Virusprotease- Hemmern wie Paxlovid handelte, will auch heute nicht in die Köpfe wenig Statistik-affiner Entscheidungsträger:innen und Ärzt:innen oder der Journaille…
Juni 2023 wurde dann, nach sukzessiver Schwellenerhöhung für eigenverantwortliches Testen und Impfen, nach immer durchsichtigeren Bekundungen zum Verständnis gegenüber Totalverweigerern der Prävention, in einem beispiellosen Akt der Realitätsverweigerung jegliche staatliche Prävention eingestellt und Covid19 aus der Liste meldepflichtiger Krankheiten gestrichen.

Heute, am bisherigen Inzidenz- und Hospitalisations- Höhepunkt der Pandemie (Abb.1), sind Impfung und Medikation mit hohen Schwellen der Erlangbarkeit versehen. Eigenverantwortung wurde weitgehend verunmöglicht. Durchseuchung wird kontrafaktisch positiv geframed und öffentlich von Minister Rauch und kooptierten Expert:innen gefördert und gefordert. Ebenfalls wissenschaftlich unhaltbar und mehrfach widerlegt werden die massiven Kollateralschäden durch Immunsystemzerstörung durch Sars-Cov-2 als sg. „Immunschuld“ erklärt (https://healthydebate.ca/2023/01/topic/debunking-myth-immunity-debt/).
4. Der Sündenfall Datenmanipulation
Wenn es einen gesundheitspolitischen Konsens gibt – von ethischen Grundsätzen (Hypokratischer Eid „primum non nocere“) einmal ganz abgesehen – dann jenen, dass vollständige, integre und kontinuierlich gepflegte Datenbanken und deren statistische Auswertung (Hospitalisationsraten, infection fatality rate, case fataliy rate, ..) die Grundlage für kurzfristige Entscheidungen und langfristige Strategien eine absolut unverzichtbare Voraussetzung sind. Jedoch wurde bereits im November 22 auf wessen Geheiß auch immer die Datenerfassung der Hospitalisation mit Covid19 so umgestellt, dass danach plötzlich sogenannte „Post- Covid Patientinnen“ – jene, welche auch nach 14 Tagen das Spital nicht verlassen konnten – dennoch als nicht mehr Covid19 infiziert aus der Statistik gelöscht waren (Abb2.). Dies hatte auch eine wundersame rund 30%-ige Abnahme der an Covid Verstorbenen zur Folge. Allerdings ist dies nachvollziehbar und korrigierbar (Abb.2 rote Linien)

Der Gipfel des Bruches mit der Datenkontinuität war und ist aber, dass mit Ausrede des Wegfalles der Meldepflicht auch die Dokumentation samt Veröffentlichung der tatsächlichen Hospitalisationsdaten und der Todesfälle schlechterdings eingestellt wurde. Wir haben nur die wöchentlichen Neuzugänge mit mehr als 2 Wochen Verzögerung (https://www.sari-dashboard.at/). Ein Frühwarnsystem ist das mitnichten. Die tatsächliche Verweilzeit der Patient:innen im Spital wird in deutschen Quellen mit 12 Tagen angegeben (https://www.der-niedergelassene-arzt.de/kommcenter/coronaktuell/news-details/coronaktuell/krankenhausaufenthalte-durch-covid-19). Es handelt sich also um genau jene Daten, welche immer als entscheidungsrelevant hingestellt wurden, und diese werden jetzt offenbar auf Geheiß und Initiative des Gesundheitsministers amtlich verschwiegen. Es gilt die Unschuldsvermutung? Wir sind nun auf konservative Schätzungen aus der Datenhistorie angewiesen (Abb. 3)

Diese Daten (Abb.1 und 3.) zeigen eines klar: Wir sind am vorläufigen Höhepunkt der Pandemie, ohne jede Prävention bis auf in manchen Krankenbetreuungseinrichtungen durchgesetztes Hausrecht. Eine Rechtfertigung zur Beendigung der Covid19- Meldepflicht (die es in Deutschland ja aus gutem Grund noch gibt) und der redlichen Datenerfassung könnte nach Meinung des Autors unverantwortlicher nicht sein. Denn ohne diese Datengrundlage ist informierte Eigenverantwortung schlechterdings nicht möglich.
* https://abwassermonitoring.at/dashboard/
Zum Autor: Ass.-Prof. Dr. Gert Bachmann ist Biochemiker und Biostatistiker und tätig am Zentrum für Ökologie der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien
Weiterlesen:
-> Aktuelle Covid-19 Pandemieentwicklung und Datenlage in Österreich
-> Darum ist die Rückkehr zu Corona-Schutzkonzepten unumgänglich
Petition für den Rücktritt von GM Rauch HIER unterzeichnen!
Titelbild: Screenshot Abwassermonitoring / personengewichtete Verläufe Österreich, abgerufen am 12.12.2023






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