Ein persönlich Betroffener hat sich bereit erklärt, einen Einblick in die untragbaren Zustände in österreichischen Altenheimen zu bieten, insbesondere mit Fokus auf den Umgang mit Covid. Es handelt sich im konkreten Fall um ein von der Caritas betriebenes Altenheim in Wien. Dort werden Infektionen, damit verbundene schwere Erkrankungen und mögliche Todesfälle offenbar nonchalant in Kauf genommen und durch ignorantes, nachlässiges und gefährdendes Verhalten geradezu provoziert. Das alles wird offenbar von höchster Stelle geduldet, wenn nicht gar angeordnet.
Ich danke Günter R. (Name der Redaktion bekannt, Authentizität des Falls überprüft) dafür, diesen unfassbaren Fall geschildert zu haben und so Zustände in der aktuellen Gesundheitsversorgung und (Alten-)Pflege sichtbar zu machen, die nicht weiter hinnehmbar sind.
Wir behalten uns vor, im weiteren Verlauf den (uns bekannten) Betreiber des betreffenden Heims und seine Leitung, die Caritas und das Büro des Wiener Gesundheitsstadtrats diesbezüglich zu kontaktieren und eine Erklärung einzufordern. Sollten andere, größere Medien Interesse an dem Fall haben, vermitteln wird gerne den Kontakt zu Günter R.. Anfrage diesbezüglich bitte an: christian.klosz@gmx.net
Ebenfalls können sich andere Betroffene (via Mail oder Twitter/X) bei mir melden, die selbst ähnliche Vorfälle aktiv oder passiv miterlebt haben.
Folgend schildert der Betroffene den Fall in eigenen Worten.
Aktueller Stand der Dinge: Meine Mutter lebt noch und wird mit seit Samstag nachgewiesenem Covid mit Sauerstoff und Antibiotika im Heim gepflegt. Ihre Atmung ist reduziert und sie wird mit Medikamenten fieberfrei gehalten. Eine Hospitalisierung ist derzeit laut Heimleitung noch nicht nötig.
Ablauf des Vorfalls
Am letzten Samstag war meine Schwester im betreffenden Heim bei meiner Mutter zu Besuch. Sie ist als erste Kontaktperson bei der Heimleitung registriert. Auch mein Bruder und ich sind als Kontaktpersonen registriert. Dieser Hinweis deshalb, weil meine Mutter offenbar schon länger diese „Atemwegserkrankung“ hatte, wir aber darüber nicht von der Heimleitung informiert wurden. Meine Schwester sah völlig unvorbereitet einen Zettel an der Zimmertüre, dass vor Betreten mit der Stationsleitung zu sprechen sei. Sie ging zur Stationsleitung und es wurde ihr gesagt, meine Mutter wäre erkältet und sie solle den Raum deshalb nur mit Maske betreten. Wir sind als Familie von Covid bereits gezeichnet und haben sowieso überall Maske mit. Daher betrat sie den Raum, um meine Mutter kurz zu sehen, und öffnete die Balkontüre. Ihr Zustand war sehr schlecht, sie konnte schwer atmen und war nicht ansprechbar. Meine Schwester beendete daher aus Sicherheitsgründen den Besuch im Zimmer und begab sich zu einem Gespräch mit der Stationsleitung.
Dort erfuhr sie, dass am selben Tag in der Früh die ebenfalls demente Zimmerkollegin hospitalisiert wurde, und zwar mit Covid. Mittlerweile wissen wir, dass das Heim keinerlei Covid-Tests mehr durchführt, auch nicht bei glasklaren Symptomen und meine Mutter maskenlos neben der Erkrankten im selben Zimmer einige Tage lang lag. Erst der Notarzt, der die Zimmerkollegin mit der von der Heimleitung gerufenen Rettung Samstag früh abholte, weil diese Frau kaum mehr atmen konnte und hohes Fieber hatte, machte vor dem Transport erstmals einen Covid-Test bei ihr und dieser war positiv. Meine Mutter war da noch immer nicht getestet.
Meine Schwester bestand auf Grund dieser Informationen und dem Zustand meiner Mutter darauf, dass ein Covid-Test gemacht wird und ein Notarzt gerufen wird. Die Stationsleitung verweigerte den Test, da in diesem Heim niemand mehr getestet wird weil es angeblich sinnlos wäre und jede Atemwegserkrankung sowieso nur mit fiebersenkenden Mitteln, O2 Gabe und Antibiotika behandelt wird. Paxlovid wird offenbar bei schwer vulnerablen alten Personen grundsätzlich von vornherein ausgeschlossen.
Der Notarzt wurde widerwillig gerufen, nachdem meinen Schwester (nach Telefonat mit mir) darauf bestanden hatte. Erst der Notarzt hat dann einen Covid-Test durchgeführt und natürlich war auch meine Mutter positiv. Das war keine Überraschung. Es wurden wie erwartet O2 Gabe und Antibiotika verordnet und gegeben. Antibiotika als Vorbeugung sind grundsätzlich nicht falsch, da bei bettlägrigen Infizierten und dadurch geschwächten Personen gerade im stationären Bereich sonst sehr rasch Sekundärinfektionen dazukommen könnten. Paxlovid wurde nicht verordnet, da man das alten und vulnerablen Personen grundsätzlich nicht mehr gibt.
Seit vergangenen Samstag ist der Zustand meiner Mutter unverändert, was uns aber auch nicht überrascht. Sie wird standardmäßig gepflegt, die Medikament werden gegeben und sie wird auch gefüttert und mit Getränken versorgt. Daran gibt es auch keine Kritik.
Heute hatte ich nochmals ein Telefonat mit der Stationsleitung und ich fragte nach, ob meine Mutter noch Covid-positiv wäre (was für Besuche wichtig wäre). Nochmals wurde mir ausdrücklich gesagt, dass in dem Heim niemand mehr getestet wird. Covid-Tests sind dort abgeschafft und werden nur von heimfremden Notärzten durchgeführt, bevor die Patienten hospitalisiert werden.
Das ist im Moment der status quo.
Persönliches Anliegen und Kritik
Was ich nicht verstehe ist die Verweigerung der Heimleitung von Covid-Tests bei klaren Symptomen. Dadurch wurde meine Mutter nicht isoliert als die Zimmerkollegin Symptome hatte, die ja auch aus Prinzip nicht getestet wurde. Und daher wurde meine Mutter erst infiziert.
Es ist vermutlich so, dass das Heim Covid nicht offiziell im Betrieb haben möchte, selbst wenn es schon da ist, um Protokolle und Stationssperren zu vermeiden – und daher wird auch Covid wie eine normale Erkältung behandelt. Es wurde mir und meiner Schwester auf Nachfrage auch klar gesagt, und zwar unabhängig voneinander, dass Covid nicht mehr getestet wird, weil es bei diesen alten, vorerkrankten Menschen genauso zu behandeln ist wie jede andere Erkältungskrankheit. Im Prinzip ist es dem Heim laut eigener Aussage egal ob ein Bewohner Covid, RSV oder eine Rhinovirus-Infektion hat. Das war sehr befremdend. Ich verstehe es auch nicht.
Alles was ich oben geschrieben habe entspricht der subjektiven Wahrheitsempfindung von mir und meiner Schwester basierend auf allen Informationen, die wir beide telefonisch erhalten haben und die meine Schwester auch persönlich vor Ort in Erfahrung gebracht hat.
Anmerkung der Redaktion: Bei der grundsätzlichen Weigerung des Heims, überhaupt noch Corona-Tests durchzuführen, handelt es sich aus unserer Sicht um ein gezieltes Vorgehen, um die offiziellen Corona-Zahlen weiter zu senken: Wer nicht getestet wird, kann kein Corona haben, wer kein Corona hat, kann auch nicht daran sterben oder hospitalisiert werden – und verschwindet aus offiziellen Statistiken. Es wird zu ermitteln sein, welche Stelle dieses Vorgehen angeordnet hat, da es sich hierbei um gezielte Datenfälschung handelt, für die man Kranke, Schwerkranke und Tote wissentlich in Kauf nimmt.
Weiterlesen: Die aktuellen Corona-Zahlen in Österreich
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Titelbild: Symbolbild – Quelle: Pexels / Matthias Zomer






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