DO, 12.10. 7:13, Das Kanzleramt eines kleinen, unwichtigen Landes…

Kanzler Karl Nothammer betritt sein Büro. Er sieht mitgenommen und verkatert aus, der Umtrunk mit 2 WEGA-Beamten gestern Abend, die ansonsten dafür zuständig sind, die Semmeln vom Bäcker zu holen, war keine gute Idee gewesen. Doch Karl konnte wieder einmal nicht aus, seine Frau Nati zwang ihn quasi dazu. „Was bist denn du für ein Weichei? Ein Kanzler muss saufen können!“ hatte sie ihn angebrüllt. Der arme Karl hatte keine andere Wahl, wie so oft. „Aber, ich bin ein wichtiger Politiker, ich sollte eigentlich arbeiten!“, hatte er gesagt. „Es gibt viele Krisen und ich muss zumindest so tun, als würde ich sie lösen!“ Sie hatte ihn nur ausgelacht und gemeint, dass es die anderen auch auf die Reihe kriegen würden, ordentlich zu feiern und trotzdem ihren Job zu machen. „Nimm dir doch mal deinen Vize zum Vorbild!“ hatte sie gesagt. Das saß.

Als Karl nun sein Büro betritt, eilt sogleich sein Pressesprecher K. zu ihm: „Kanzler, das gestern war ein Desaster! Wie konnte das passieren mit dem Flieger? Das sollte unser großes Comeback werden! Wir retten die Menschen aus dem Kriegsgebiet, vor den bösen Moslems und so, lassen sie nicht im Stich, der Kanzler als Retter in der Not….und jetzt das! Dass die Maschine es nur bis Zypern geschafft hätte, weil sie sowieso nicht länger als 2 Stunden fliegen kann, das wussten wir ja. Und hätten wir noch irgendwie durchgebracht…aber dass sie schon vor dem Start ausgefallen ist!“

Karl nimmt erst ein Aspirin, schaut dann auf sein Diensthandy, das voller Anrufe und Nachrichten ist – darunter gleich 12 unbeantwortete Calls von einer gewissen „Chefin (Hanni)“ – dann zu seinem Pressesprecher: „Ich weiß auch nicht, warum die nicht geflogen ist. Die Ministerin für Militär und das alles hat gesagt, dass sie vor 10 Jahren einmal geflogen ist und dass das schon klappen wird. Ich bin auch traurig, weil jetzt stehen wir wieder blöd da….die Menschen dort wären mir eh wurscht, sind keine echten Österreicher die meisten, also die wir heimholen sollen, glaub nicht, dass die mich wählen würden. Sind auch zu wenig, nur ein paar hundert. Aber hätte halt gut ausgeschaut PR-mäßig. „Der Kanzler rettet Menschen“ und so, ja…. Können wir das nicht irgendwem in die Schuhe schieben…? Die Maschine war doch schon uralt. Die hat sicher ein Roter gekauft…“

Der Pressesprecher K. nickt eifrig „Tolle Idee! Ich rufe gleich unsere Journalisten bei den Medien an, dass sie sowas schreiben sollen. Unser Mann bei den Oberösterreichischen hat selber schon einen solchen Text geschrieben, denen sollten wir gleich höhere Inserate in Aussicht stellen. Die anderen sollen einfach seinen Text nehmen und ein bisschen verändern und dann ihren Namen drunter setzen.“

Der Kanzler nickt zufrieden und öffnet seine „Psychopharmaka-Lade“ in seinem Schreibtisch, wo er Beruhigungsmittel aller Art aufbewahrt, und greift hinein. Da klingelt das Telefon. Es ist die Verteidigungsministerin. Der Kanzler schaltet den Lautsprecher ein, damit K. auch mithören kann. „Du, Claudschi, sag einmal, was war denn da gestern los?! Dir ist hoffentlich klar, wie blöd das jetzt ausschaut? Warum ist die Maschine nicht geflogen?“

Die Ministerin entschuldigt sich erst beim Kanzler. Dann sagt sie: „Naja, unser Heeressprecher war als einer der ersten vor Ort. Er hat ein tolles Foto gemacht und sollte die Rettungsaktion mit Videos auf TikTok begleiten. Sie haben ihm dann die Maschine in Hörsching aufgesperrt und er hat sich ins Cockpit gesetzt und offenbar Pilot gespielt. Als die erste Stewardess da war, hat er von ihr einen Champagner bestellt, und scheinbar hat er den dann übers Cockpit ausgeschüttet beim Öffnen. Danach ging nix mehr.“

Dieser Text ist natürlich pure Satire. Jegliche Parallelen zu realen Ereignissen oder Personen sind rein zufällig.

Bild: Fotomontage / Bildquelle: imgbin

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